Die Erben Sankaras – Aktivisten aus Burkina Faso im Bundestag


15.10.2015
Als Vorsitzender der Parlamentariergruppe Französisch-sprachige Staaten West- und Zentralafrikas empfing Uwe Kekeritz Aktivisten aus Burkina Faso, die über die Lage in ihrem Land berichteten.

In kleiner Runde, in der bezeichnenderweise kein/e VertreterIn der Regierungsparteien zugegen war, berichteten die Aktivisten aus Wissenschaft, Kultur und der Gewerkschaftsbewegung über die derzeitige Situation in Burkina Faso. Die Herausforderungen nach dem gescheiterten Putsch im November sind riesig.

Uwe Kekeritz äußerte sich dennoch hoffnungsvoll zur Lage im Land: „Was in Burkina Faso durch die friedlichen Proteste erreicht wurde ist enorm. Der gewaltfreie Sturz des Compaoré-Regimes hat Strahlkraft auf den gesamten afrikanischen Kontinent. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Wahlen friedlich verlaufen und wichtige Reformen eingeleitet werden.“

Die Präsidentschaftswahlen sollen am 22. November stattfinden. Ganz Burkina Faso wünscht sich, dass die Abstimmung ohne weiter Zwischenfälle zustande kommt. Auf die neue Regierung kommen Herkulesaufgaben zu. Zunächst muss das Justizsystem reformiert werden. Hierbei geht es in erster Linie um die Beendigung der Straffreiheit. Dies gilt für die Verbrechen während der Amtszeit des Diktators Blaise Compaoré aber auch für Wirtschaftskriminalität und Korruption, die immer noch die Entwicklungspotenziale des Landes lähmen. Besonders wichtig ist hierbei eine Überarbeitung des Bergbaugesetzes. Die Aktivisten berichteten Burkina Faso sei das drittärmste Land der Welt und gleichzeitig der viertgrößte Goldexporteur des Planeten. Dieses Missverhältnis muss behoben werden. Die Vertreter der Zivilgesellschaft beklagten zudem den Einfluss Frankreichs, das durch Militärbasen weiterhin im Land präsent ist. Sie forderten die Abgeordneten daher auf im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft positiv auf Frankreich einzuwirken. Zudem sahen Sie die Militarisierung der Flüchtlingspolitik der EU als großes Problem an und forderten, ein Ende der deutschen Rüstungsexporte auf den afrikanischen Kontinent.

Uwe Kekeritz zeigte sich nach dem Gespräch beeindruckt: „Die jungen Männer haben kein Blatt vor den Mund genommen und die Missstände im Land klar angesprochen. Gleichzeitig versprühen sie einen Optimismus, der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Burkina Faso macht. Ich wünsche ihnen und ihrem Land das Beste.“