Der Kampf gegen Aids muss weitergehen


29.11.2013
1988 wurde der 1. Dezember von der Weltgesundheitsorganisation zum Weltaidstag ernannt. Seither stecken sich Menschen an diesem Tag weltweit eine rote Aidsschleife an die Jacke, um Engagement und Solidarität mit HIV-infizierten Menschen zu bekunden.

25 Jahren nach der Einführung des Weltaidstages, kann die Weltgemeinschaft durchaus auf große Erfolge verweisen. Zum einen sind Neuinfektionen im Vergleich zu 2001 um 33 Prozent zurückgegangen, zum anderen hat der verbesserte Zugang zu antiretroviralen Therapie die Anzahl der Todesfälle deutlich reduziert. Doch die positiven Zahlen dürfen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der Kampf gegen Aids mit ebenso viel Engagement fortgeführt werden muss, denn der Virus ist noch lange nicht besiegt: Laut der UN infizierten sich 2012 2.3 Millionen Menschen mit HIV. Insgesamt lebten im vorigen Jahr etwa 35 Millionen Menschen mit dem Virus.

Leider wirkt sich die globale Ungerechtigkeit auch auf den Zugang zu globalen öffentlichen Gütern wie Gesundheit aus – denn obwohl die nötigen Medikamente, um sowohl Neuinfektionen zu verhindern als auch den Ausbruch von Aids zu unterdrücken, vorhanden sind, fehlt vielen Betroffenen der Zugang. Die Zahlen sind höchst beunruhigend: Insgesamt sind laut Ärzte ohne Grenzen rund 18 Millionen Menschen nur unzureichend mit den notwendigen Arzneimitteln versorgt. Infolge des Aktionsbündnisses gegen Aids hatten ein Drittel der schwangeren Frauen, die an HIV erkrankt sind, 2012 keinen Zugang zu Medikamenten, die das Risiko einer Übertragung auf den Säugling hätten minimieren können. Somit blieb die Möglichkeit HIV einzudämmen und nicht zuletzt Kinder zu schützen ungenutzt.

Am 3. Dezember findet in Washington die Wiederauffüllungskonferenz des globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) statt.  Der GFATM ist eine der wichtigsten Finanzierungsinstitutionen im Kampf gegen AIDS. Der Beitrag Deutschlands stagniert seit Jahren bei 200 Millionen Euro und ist angesichts der deutschen Wirtschaftsleistung völlig unangemessen. Der neue Koalitionsvertrag schreibt die wichtige Rolle des Globalen Fonds im Bereich der globalen Gesundheit explizit fest. Bundeskanzlerin Merkel muss als bislang einzig gesetztes Mitglied der neuen Bundesregierung Wort halten und dafür sorgen, dass die finanziellen Beiträge an den Globalen Fonds deutlich erhöht werden. Auch Bündnis 90/ Die Grünen fordern schon lange eine deutliche Steigerung um 100 Millionen Euro. .

Die kommende Regierung hat nun die Möglichkeit zu zeigen, wie ernst Sie den weltweiten Schutz eines wertvollen Menschenrechts nimmt: Das Recht auf Gesundheit. Wir dürfen nicht aufgeben, bevor die Anzahl der Neuinfektionen bei Null liegt und auch den ökonomisch Schwachen mithilfe einer  antiretroviralen Therapie ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird.