Brief an KiK: Noch immer keine Entschädigungszusagen für Opfer von Fabrik-Einsturz in Bangladesch


23.07.2013
Am 24. April 2013, vor genau drei Monaten, starben beim Zusammensturz einer Textilfabrik in Rana Plaza, Bangladesch mindestens 1131 Menschen, 2438 wurden verletzt. Der Unfall ist der schwerste Fabrikunfall in der Geschichte des Landes. Noch immer fehlt eine klare Zusage von KiK zu Entschädigungszahlungen für die Opfer. Uwe Kekeritz und Renate Künast fordern dies nun in einem Brief an die Geschäftsführung von KiK ein.

Viele hundert Familien haben bei der Katastrophe am 24. April ihre Ernährerin oder ihren Ernährer verloren, viele hundert Menschen sind schwer traumatisiert und werden auf absehbare Zeit nicht mehr arbeiten können, wenn überhaupt jemals wieder. Bis heute ist das Leid der Menschen vor Ort immens, auch wenn die Aufmerksamkeit der Medien zurück gegangen ist.

Anfang Juli waren Uwe Kekeritz und Renate Künast in Rana Plaza, haben sich die Situation angeschaut, mit Opfern, GewerkschafterInnen, VertreterInnen der Zulieferbetriebe und offizieller Stellen gesprochen. Eins wurde dabei sehr deutlich: Die Menschen sind auf Unterstützung angewiesen und sie haben ein Recht auf Entschädigungszahlungen. Auch wenn diese Zahlungen nie die erlittenen Verletzungen, die Traumata und den Verlust von Angehörigen wieder gut machen können, so sind sie doch elementar nötig, um den Opfern die Chance auf ein würdevolles Leben in Zukunft zu geben.

KiK trägt eine Mitverantwortung, doch bis heute hat sich der Konzern nicht klar zu Entschädigungszahlunen geäußert.Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in Bangladesch berichteten zwar von Gesundheitszentren, die von KiK unterstützt würden, dies reicht aber bei weitem nicht aus.

Entschädigungen sind keine Almosen und kein caritativer Akt, die Opfer haben ein Recht darauf. Uwe Kekeritz und Renate Künast fordern KiK darum auf, in Verhandlungen mit den Gewerkschaften vor Ort faire Entschädigungszahlungen zuzusagen. Die Entschädigungen müssen nach den Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) geleistet werden. Die Verhandlungen müssen transparent, nachvollziehbar, unter Beteiligung aller Seiten und in Abstimmung mit den anderen verantwortlichen Unternehmen geführt werden.

Es ist uns völlig unverständlich, warum KiK drei Monate nach dem Unglück in Rana Plaza noch keine klaren Zusagen für Entschädigungen gemacht hat.

Hier gibt’s den ganzen Brief an KiK im Original:

130722_Brief_KiK_Rana_Plaza_Entschaedigungszahlungen_drei_Monate_nach_dem_Unglueck