Brände in Textilfabrik in Bangladesch: Uwe Kekeritz prüft Beschwerde bei der Nationalen Kontaktstelle der OECD


29.11.2012
In der vergangenen Woche starben bei einem Großbrand in einer Textilfirma in Bangladesch mindestens 112 Menschen. Hunderte weitere wurden verletzt. Auch C&A, KiK und andere deutsche Unternehmen ließen in der besagten Fabrik produzieren. Aus diesem Grund prüft Uwe Kekeritz nun eine Beschwerde gegen C&A, KiK und andere beteiligte Unternehmen bei der Nationalen Kontaktstelle der OECD.

Die Katastrophe in Bangladesch ist nach dem Brand in Pakistan im September dieses Jahres die nächste Tragödie mit hoher Opferzahl, die auf unzureichende Arbeits- und Sicherheitsstandards zurückzuführen ist. Laut AugenzeugInnenberichten und Aussagen der Opfer sollen die Arbeitsbedingungen katastrophal, die Brandschutzmaßnahmen praktisch nicht existent gewesen sein. Neben versperrten Notausgängen und fehlender Beleuchtung wird außerdem das Verhalten der Fabrikleitung massiv kritisiert. Diese hatte die Angestellten trotz Feueralarm  gezwungen im Gebäude zu bleiben. Anhand dieser Mängel stellt sich die Frage ob die notwendigen Überprüfungen der Arbeitsbedingungen gewissenhaft durchgeführt wurden und das leitende Personal ausreichend geschult war.

Die Arbeitsbedingungen waren jedoch auch schon vor dem Brand mehr als unwürdig.  Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften klagen über  Hungerlöhne, Einschüchterungsversuche und gewaltsame Übergriffe gegen NäherInnen.

Es ist ein Skandal, dass deutsche und internationale Unternehmen auf Kosten von Arbeiterinnen und Arbeitern in Entwicklungsländern riesige Gewinne einfahren und im Gegenzug nicht einmal die niedrigsten Sicherheits- und Sozialstandards einhalten. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Angehörigen der Opfer verdienen unsere Anteilnahme und eine Entschädigung von Seiten der beteiligten Unternehmen.

Uwe Kekeritz prüft derzeit eine Beschwerde bei der Nationalen Kontaktstelle (NKS) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Bundesregierung hat sich als Mitglied der OECD dazu verpflichtet die Einhaltung der so genannten Leitsätze für multinationale Unternehmen zu überwachen. Bei der NKS kann bei Verstößen Beschwerde eingelegt werden. Sie leitet nach Prüfung des Falles ein Vermittlungsverfahren zwischen allen beteiligten Parteien ein.

Außerdem forderte Uwe Kekeritz von der Geschäftsführung der Bekleidungsfirma C&A schriftlich eine Stellungnahme und forderte sie auf die Verantwortung für die Katastrophe zu übernehmen. Mit dem Textildiscounter KiK steht der Bundestagsabgeordnete bereits seit der Brandkatastrophe in Pakistan in engem Kontakt. Denn nur mit entsprechendem Druck auf die Unternehmen kann erreicht werden, dass sie verantwortungsbewusst mit den Tragödien umgehen.

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