Antrag: Kleidung fair produzieren ‒ EU-Richtlinie für Transparenz- und Sorgfaltspflichten in der Textilproduktion schaffen


16.03.2016
Die Textilbranche ist in großen Teilen von unsicheren Produktions- und unfairen Arbeitsbedingungen, Menschrechtsverletzungen und ökologischen Missständen geprägt. Verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Produktions- und Lieferketten sind deshalb dringend notwendig.

Spätestens seit dem Einsturz des Rana Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch vor drei Jahren stehen auch europäische Textilunternehmen in der Kritik, die bei ihren Produktionsprozessen nicht auf die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards achten. Uwe Kekeritz und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für mehr Transparenz in der Textilproduktion ein. In ihrem Antrag fordern sie die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für die Schaffung einer entsprechenden Richtlinie einzusetzen.

Europäische und auf dem europäischen Markt agierende Textilunternehmen müssen zum Aufbau eines Systems verpflichtet werden, mit dem die gesamte Produktions- und Lieferkette eines Produktes und seiner Bestandteile in allen Fertigungsstufen nachverfolgt werden kann. Darin müssen auch Sorgfaltspflichten verankert werden, um entlang der Produktions- und Lieferkette für die Einhaltung international anerkannter Menschenrechte, der Arbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie internationaler Umweltabkommen zu sorgen. Die Einhaltung dieser Standards sollten die Unternehmen durch Zertifikate nachweisen müssen.



Weiterführende Links:


dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/078/1807881.pdf