3.Teil des Weltklimaberichts : Der Ruf nach der globalen Energiewende


16.04.2014
Am Sonntag wurde der dritte Teil des aktuellen Weltklimaberichts herausgegeben. Die Experten zeigen darin mögliche Szenarien auf und skizzieren Lösungsvorschläge für die Politik. Das Ziel, die Zwei-Grad-Grenze bei der Erderwärmung nicht zu überschreiten, könnte immer noch erreicht werden - aber nur, wenn die Staaten JETZT handeln.

Es bleibt nicht viel Zeit um das Lenkrad  herumzureißen – so viel wurde deutlich, als am Sonntag die dritte Arbeitsgruppe ihren Teil des Weltklimaberichts vorstellte. Würde man so weitermachen wie bisher, so die Experten, hätte man im Jahr 2100 bereits einen Temperaturanstieg von 3,7 bis 4,8 Grad erreicht.  Das hätte verheerende Folgen – vor allem für die Entwicklungsländer. Die ohnehin prekäre Ernährungssituation würde sich durch klimabedingte Ernteausfälle noch verschlimmern, auch die Wasserknappheit könnte sich weiter ausbreiten.  In Europa könnten Überflutungen durch den Anstieg des Meeresspiegels auftreten. Auch gesundheitliche Risiken durch den Temperaturanstieg könnten steigen. Will man Schlimmeres verhindern, so muss man jetzt handeln – und zwar insbesondere in den Industriestaaten, die durchschnittlich zehnmal mehr Emissionen produzieren als Entwicklungsländer.

Die größten Einschnitte, so die Wissenschaftler, müssten bei der Verbrennung der fossilen Energieträger gemacht werden – diese seien für 80% des Emissionsanstiegs verantwortlich. Nur durch die Abkehr von Kohle als Energielieferant – Kohlendioxid bildet den Löwenanteil der gefährlichen Treibhausgase – kann eine Verschlimmerung der Situation vermieden werden. Die Wissenschaftler betonen, dass die letztliche Lösung des Problems im Umstieg auf erneuerbare Energien liegt.

„Erneuerbare Energien sind die Zukunft! Je schneller die Bundesregierung das begreift und umsetzt, desto besser! In den letzten zwei Jahren sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland wieder angestiegen – und zu allem Überfluss hat die Regierung die Mittel für den internationalen Klimaschutz im Bundeshaushalt gekürzt! Das muss rückgängig gemacht und ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Zielen auf den Weg gebracht werden!“, so Uwe Kekeritz.

Aber nicht nur Treibhausgasemissionen schaden dem Klima: NGOs fordern eine drastische Reduzierung der Menge an Palmöl in Lebensmitteln und Non-Food Produkten: Die  Ausweitung der Palmölplantagen hat die Abrodung von klimastabilisierenden Regenwäldern zufolge, vor allem in Indonesien und Malaysia, aber auch in Südamerika und Afrika. Der Anbau von Palmöl beansprucht zunehmend Fläche, die eigentlich für den Anbau von Nahrungsmitteln benötigt wird. Außerdem werden oft Torfböden zugunsten der Plantagen trockengelegt, obwohl diese ausgezeichnete Kohlenstoffspeicher darstellen.  Uwe Kekeritz betont in dem Zusammenhang: „Die deutsche Wirtschaft hat einen erheblichen Anteil daran, dass die Reduzierung der Treibhausgase ein Erfolg wird. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Industrie nicht weiterhin alle Versuche, den Klimawandel zu stoppen, torpediert! Wir brauchen eine Abkehr vom ressourcenintensiven Wirtschaftswachstum, eine sozial-ökologische Transformation ist nötig. Umweltschädliche Subventionen müssen abgeschafft,  verbindliche Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards eingehalten werden. Deutschland und Europa müssen eine Vorreiterrolle beim Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz einnehmen!“